Start

Das Rennen beginnt auf dem Universitätsplatz, und geht danach die Eichenstraße geradeaus hinunter. Der abfallende Hügelsaum und die breite Straße an dieser Stelle machen es sehr einfach, von Anfang an zu beschleunigen und das Pferd auf Temperatur zu bringen.

In der Altstadt

Am Eichenplatz erfolgt mit der ersten Kurve — der Eichenkurve (1) — die erste Biegung, welche allerdings ohne größere Probleme genommen werden kann. Dasselbe gilt für das Ufer-S (2), deren Breite sehr großzügig ist und zu weiten Bogen einlädt, manches Mal wurde auch hier jemand überholt. An der Uferallee geht es weiter, wo es mit der Altstadtecke (3) zur ersten wirklich ernsthaften Kurve kommt. Die Biegung erfolgt bei 90°, was schon einige Fantini, die zuvor zu viel Huftritt gegeben haben, aus der Ecke schleuderte.

Auf der Messingbrücke

Es folgt der lange Ritt auf der schnurgeraden Messingbrücke. Hat man hier freie Fahrt, kann einiges an Zeit gut machen. Überholmanöver gestalten sich jedoch eher schwierig, sollte man also jemanden vor sich haben, kostet es einiges an Nerven, hier vorbeizuziehen oder womöglich die Spitzengruppe davonziehen zu lassen. Die Brücke endet an der Messingecke (4), einer recht moderaten Kurve, die aufgrund ihrer günstigen Lage schnell genommen werden kann. Auf dem nachfolgenden Abschnitt geht es über die Marktpromenade einmal um die ganze Osthälfte der Città Nuova herum, wobei die breiten Straßen mit ihren großzügigen Biegungen sowohl Geschwindigkeitsrekorde wie Überholmanöver ermöglichen.

Um den Giumino-Bach

Interessant gestaltet sich dann die Lage am Ausgang der Città Nuova nach San Paolo. Im Bereich des Fiumino-Bachs droht mit dem Angolo del Fiumino (5) eine Kurve, die es wirklich in sich hat, da diese nicht nur ziemlich eng ist, sondern auch haarscharf. Es folgt die enge Gasse hinter den Wassermühlen, in welcher es ebenfalls kaum Raum zum Überholen gibt, dann steht die ebenso enge wie haarscharfe Mühlenkurve (6) an, welche ihrer Vorgängerin ebenbürtig ist. Nach der Brücke über den Fluss lenkt man über die Vargazzakurve (7) in die breite Paulsstraße ein, deren Umfang für ein deutlich angenehmeres Reitvergnügen sorgt. Die Paulsstraße und die anschließende Kupferbrücke eigenen sich dann wieder zum Galoppieren und Überholen, bevor es in das verwinkelte Kanalviertel von San Paolo geht.

Im Norden San Paolos

Hier erwarten die Fantini einige der heftigsten Streckenabschnitte. Die Gassen sind eng, Überholmanöver gefährlich oder gar unmöglich, nur der Paulusplatz, der Theaterplatz und ein kurzes Stück am Kanal zwischen dem Töpferhenkel (9) und dem Vincolo dei Ulivi (10) ermöglichen den Reitern dies. Ansonsten ist San Paolo ein ewiger Flecken des Stoppens und Beschleunigens: bis zum Paulusplatz hat man freie Fahrt, dann wird heftiges Abbremsen an der Paulusprobe (8) erfordert, erneutes Beschleunigen im Halbkreis um den Paulusplatz, wiederholtes, scharfes Bremsen am Töpferhenkel (9), erneutes Beschleunigen am folgenden Fondamento, worauf der legendäre Vincolo dei Ulivi (10) den Fantino erwartet. Diese Kurve mit ihrem spitzen Winkel und den extrem engen Gassen hat es in sich. Sie hat bereits unzählige Unfälle und Todesopfer gefordert, und wurde in den letzten Jahrzehnten mehrfach modifiziert. Doch selbst wenn man diese gut bekommen hat, folgt mit der Meisterkurve (11) eine weitere Bewährungsprobe, die ihren Namen verdient hat, und in ihrer Schwierigkeit nur ein Minimum hinter dem Vincolo steht.

Im Süden San Paolos

Der südliche Teil San Paolos ist etwas angenehmer, aber immer noch einer der forderndsten Teile der Piste. Mit der Gesellenbuchtung (12) und der anschließenden Straße zum Theaterplatz kommen wieder ruhigere Abschnitte vor, die man schnell reiten kann; doch sollte man sich vor dem Theater-Bogen (13) am Ende dieses Abschnitts in Acht nehmen, da auch hier in der Einfahrt die Häuser eng aneinander stehen und es einiges an Geschick bedarf, um sie optimal zu nutzen. Die anschließende Straße und die Brückenkurve (14) verleiten wieder zum Beschleunigen, aber insbesondere der Mombelli-Winkel hat schon viele übereifrige Fantini bestraft, die hier Vollgas gaben und dann nicht mehr rechtzeitig abbremsen konnten. Die Familie Mombelli beklagt sich seit Urzeiten darüber, dass Fantini immer wieder ungestraft durch ihre großen Erdgeschossfenster fliegen und die Wohnsäle in einem unangebrachten Zustand hinterlassen.

Auf der Pontonbrücke

Danach geht es über die Bürgerpromenade zum neuesten Streckenstück: der Pontonbrücke. Dabei handelt es sich um mehrere Plattformen, Flöße und festgemachte Holzbretter, welche als Untersatz zur Überquerung des Flusses dienen. Hier ist Springreiten erfordert, bloße Schnelligkeit wird hier zum Verhängnis. Ein langsames, aber erfahrenes Ross kann hier vieles herausholen, was ein junges, ungestümes leicht verbockt.
Auf der anderen Seite erwartet die Reiter mit der Fakturfraktur (16) eine im Kern gefährliche Kurve, die aber aufgrund der nur geringen Geschwindigkeit der Berberi an diesem Punkt nicht wirklich ins Gewicht fallen dürfte. Trickreicher fällt da die Bewältigung der Promenadenschlaufe (17) aus, da die Fantini ihr Ross um nahezu 180° wenden müssen, um in die nächste Straße einzubiegen, die am Kanal entlang führt. Wie auch San Paolo ist San Pietro ein schwieriges Pflaster zum Überholen, doch hier, an den Kanälen, hat man schon Fantini gesehen, die sich Platz schufen — indem sie den Konkurrenten ins Wasser drängten, und so die Führung übernahmen.

Im Bereich des Fischmarktes

Wirklichen Platz zum Galopp und zum Ü ;berholen hat man jedoch in San Pietro eigentlich nur am Fischmarkt, nachdem man die breite Fischkurve (18) überwunden hat, und in Richtung Gasthaus einlenkt. Der dortige Helmchenwinkel (19) hat es dann jedoch wieder in sich, und erfordert nach dieser Geschwindigkeitsspur zielgenaues Abbremsen, denn die folgenden Gassen sind schmal und der Bogen eng. Danach folgen mit der Zinnbrücke und der Peterstraße in der Neustadt wieder breite und schnelle Abschnitte, die Engpässe und kurvenreichen Gebiete sind vorüber.

Auf dem Marktplatz

Das bedeutet jedoch nicht, dass man sich ausruhen kann. Hinter der Peterstraße lockt auf dem Marktplatz ein letzter Höhepunkt, wenn die Fantini zielgenau auf das Zentrum zuhalten, den Obelisken umrunden und dann den Weg zum Brunnen einschlagen. Dieser wird dreimal umrundet, bevor der Marktplatz gegen den Uhrzeigersinn an den äußeren Rändern umrundet wird. Herausstechend ist hier die Einbuchtung am Langenberg-Bogen (20), die lange Gerade vor der Ehrentribüne an der Markthalle, sowie der Kuchenwinkel (21) an der Caffetteria, die einen zurück auf die lange Gerade der Altstadtstraße, der Messingbrücke, und der Hauptstraße der Città Antica bringt.

Auf der Zielgeraden

Damit sind die Fantini auch schon auf der Zielgeraden, die nur vom Triumph-Bogen (22) um den Triumphbogen unterbrochen wird. Obwohl es seit dem Marktplatz nur noch geradeaus geht, und hier Ü ;berholmanöver wie Maximalgeschwindigkeit auf den letzten Ellen möglich ist, gilt zu beachten, dass die Pferde hierbei den Palatin hinauf müssen, das heißt, für manches erschöpfte Pferd kann der Aufstieg noch recht mühsam werden. Wer es aber zuerst schafft, die Markussäule auf dem Platz der Republik zu passieren, gilt als Gewinner — und Sieger des Palio 1561!

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